Lizenzen

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Für Pathfinder gibt es verschiedene Lizenzen, die wichtig sind und bis in die Zeit um die Jahrtausendwende zu Zeiten der 3. Edition von Dungeons & Dragons zurückreichen:

OGL (Open Gaming License)

Einleitung, Anwendung der OGL

Goblin-Entwurf, Quelle: paizo.com (CUP)

Die OGL (Open Gaming License) wurde 2000 von Ryan Dancey bei Wizards of the Coast bei der Erschaffung der 3. Edition von Dungeons & Dragons ins Leben gerufen. Gegenüber der früheren, sehr restriktiven Politik des Dungeon & Dragon-Erfinders TSR stellte dies eine 180°-Wendung dar. Die wichtigsten Bestandteile des Spielsystems von Dungeons & Dragons wurden unter dieser Lizenz frei gegeben. Welche Inhalte des Systems freigegeben wurden, ist auf englisch für Edition 3.5 von Dungeons & Dragons im sog. System Reference Document (SRD) bzw. für das Pathfinder Rollenspiel im Pathfinder RPG Reference Document (PRD) online nachzulesen. Jeder, der sich auf die OGL beruft und somit die OGL-Regeln frei in eigenen Produkten verwenden kann, muss die OGL in seinem Produkt abdrucken und alle neuen Regeln ebenfalls offen unter der OGL deklarieren. Außerdem muss er alle anderen Quellen, aus denen er offenes Material verwendet, mit in der Lizenz angeben. Der Wortlaut der OGL ist unter folgendem Link zu finden: Wortlaut der Open Gaming License

Abgrenzung von Open Content und Product Identity

Goblin-Entwurf, Quelle: paizo.com (CUP)

Es ist zwischen Open Content (offene Regelinhalte gemäß OGL) und Product Identity (urheberrechtlich geschützter schöpferischer Inhalt) zu trennen. In jeder Veröffentlichung unter Verwendung der OGL ist daher anzugeben, welche Inhalte Open Content und welche Inhalte Product Identity sind. Bei Pathfinder-Produkten sind sämtliche Regelelemente Open Content, die Elemente der Kampagnenwelt aber Product Identity. Das OGL-Glossar auf dieser Website umfasst daher ausschließlich die gemäß OGL freien Regelbegriffe, nicht jedoch Kampagnenweltbegriffe.

Ein Beispiel: Der Zauber "Bestiengestalt I" ist Open Content, die Götternamen gehören zur Kampagnenwelt und sind damit Product Identity.

Achtung! Es gibt Regelelemente, deren Namen Product Identity enthalten. Diese Elemente muss man für den eigenen Einsatz anpassen, d.h. eigene Namen vergeben (aber dennoch den Hinweis in der OGL §15 nicht vergessen). Beispiele sind Zaubernamen der 3. Edition von Dungeon & Dragons, die oft Namen enthalten, die Product Identity von Wizards of the Coast sind.

Abgrenzung von OGL und d20-Lizenz

Es gab noch eine zweite Lizenz (d20 Lizenz), die die Verwendung eines bestimmten Logos (d20) ermöglichte, das auch nach außen die Kompatibilität zu Dungeons & Dragons dokumentierte. Die Bedingungen der Lizenz waren entsprechend restriktiver. Im Zuge der Einführung der 4. Edition von Dungeons & Dragons wurde d20-Lizenz aufgekündigt. Im Rahmen der neuen GSL der 4. Edition von Dungeons & Dragons gibt es ein geändertes d20-Logo, das Produkte mit dieser Lizenz im Umfeld der 4. Edition verwenden können. Im Gegensatz zur d20-Lizenz ist die OGL unwiderrufbar und unbefristet gültig.

Geschichte der OGL

Entwurf Schurken-Beispielcharakter, Quelle: paizo.com (CUP)

Die OGL wurde ursprünglich ins Leben gerufen, damit andere Hersteller Produkte (bevorzugt Abenteuer) veröffentlichen konnten und sich Wizards of the Coast weitgehend auf den attraktiveren Verkauf der für OGL-Produkte notwendigen Regelbände konzentrieren konnte. Man erhoffte sich durch vielfältige OGL-Produkte eine allgemein größere Nachfrage nach Regelwerken. Die sog. 3PP (Third Party Publishers/ Dritthersteller) brachten anfangs tatsächlich hauptsächlich Abenteuer heraus. Die Qualität war sehr unterschiedlich. Hoch gepriesenen Produkten (z.B. "Death in Freeport" von Green Ronin Publishing, (deutsch: "Tod in Freihafen") und "Crucible of Freya" von Necromancer Games) standen viele Produkte von minderer Qualität gegenüber. Die unterschiedliche Qualität der Produkte kombiniert mit der bald unübersichtlich großen Zahl von d20-Produkten ließ die erste Euphorie schnell abklingen. Zunehmend wurden auch eigene Regelbände auf Basis der OGL veröffentlicht, die z.T. nur noch wenig Ähnlichkeiten mit Dungeons & Dragons besaßen. Das führte schnell zu einer Übersättigung des Marktes und nach der d20-Flut kam schnell ein Rückzug vieler Herausgeber aus dem Markt. Durch die Einführung der 4. Edition von Dungeons & Dragons, die nicht mehr der OGL unterlag und interessierten 3PP nahe legte, keine weiteren OGL-Produkte mehr zu veröffentlichen, zogen sich 2007 weitere Anbieter zurück. Durch das Pathfinder-Rollenspiel, das auf der OGL fußt, haben in letzter Zeit jedoch wieder viele Anbieter neue OGL-Produkte herausgebracht, die von kleinen PDFs bis hin zu ganzen Abenteuerkampagnen reichen.

Ohne die OGL gäbe es kein Pathfinder-Rollenspiel. Darum: Vielen Dank an Ryan Dancey!

Pathfinder Compatibility Licence

Entwurf Kämpfer-Beispielcharakter, Quelle: paizo.com (CUP)

Etwas ähnliches wie die d20-Lizenz (s.o.) hat auch Paizo ins Leben gerufen. Andere Herausgeber können das Pathfindersystem unter Gebrauch dieser Lizenz verwenden. Sie müssen sich bei Paizo registrieren lassen, um Material mit Pathfinder-Regeln herausbringen zu können. Sobald die Registrierung erfolgt ist, können Produkte mit dem offiziellen Pathfinder Compatibility-Logo veröffentlicht werden, die nach außen signalisieren, dass sie kompatibel zum Pathfinder-Rollenspiel sind. Die Pathfinder Compatibility Licence umfasst nur Zugriff auf das Pathfinder Rollenspiel, nicht aber auf die Pathfinder-Kampagnenwelt, die Product Identity von Paizo ist. Genauere Informationen zur Pathfinder Compatibility Licence befinden sich in englischer Sprache auf der Paizo-Website (siehe Links).

Community Use Policy (CUP)

Dies ist keine echte Lizenz, sondern ein Verhaltenskodex für Fanseiten, die Inhalte zur Pathfinder-Kampagnenwelt Golarion bzw. Namen und Bezeichnungen aus Pathfinder-Produkten verwenden wollen.

Voraussetzungen sind:

Vorzüge registrierter CUP-Seiten (Stand Januar 2011):

  • Titel-Cover, Namen und Bezeichnungen von Pathfinder-Produkten inklusive Kampagnenweltinhalten, die ja Product Identity von Paizo sind und daher eigentlich nicht frei verwendet werden dürfen, können in diesem Fall auf registrierten CUP-Seiten verwendet werden (beachtet auch hier die Besonderheiten für deutschsprachige Inhalte, siehe unten unter Verwendung deutscher Kampagnenwelt-Begriffe.
  • Im sog. Community User Package bietet Paizo Logos, Wappen und Graphiken an, die unter Nutzung der CUP verwendet werden dürfen.
  • Nahezu alle Inhalte des Paizo-Blogs (Texte und Graphiken) dürfen verwendet werden.

Die Vorteile der CUP werden von Paizo festgelegt und können sich natürlich ändern. Genauere, aktuellste Informationen, das Community Use Package und FAQs (alles in englischer Sprache) sind im CUP-Bereich der Paizo-Website zu finden.

Deutsches Urheberrecht

Entwurf Magier Karzoug aus dem AP "Rise of the Runelords" (Aufstieg der Runenherrscher), Quelle: paizo.com (CUP)

Das deutsche Urheberrecht behandelt auch Übersetzungsarbeiten als urheberrechtlich geschützte Dokumente. Dabei ist der Übersetzer der Urheber. Das heißt, dass alle übersetzten Begriffe dem Urheberrecht unterliegen. Dies wurde früher von den bisherigen deutschen Dungeons & Dragons-Herausgebern Amigo und Feder & Schwert sehr restriktiv gehandhabt. Auch Hasbro Deutschland als Tochter des Herausgebers der 4. Edition von Dungeons & Dragons überwacht Begriffsübersetzungen genau. Feder & Schwert stellte nach dem Auslaufen der Lizenz für die 3. Edition von Dungeons & Dragons großzügigerweise sein Übersetzungsglossar der 3. Edition dem Ulisses-Verlag zur Verfügung.

Als selber großen Fans des Pathfinder Rollenspiels ist es uns im Übersetzungsteam ein Anliegen, auf deutsch einen vergleichbar offenen Zugang zu den freien OGL-Inhalten bereitzustellen wie auf englisch. Mit Erlaubnis des Ulisses-Verlags stellen wir daher sämtliche OGL-Regelbegriffe auf deutsch und englisch in Form des OGL-Glossars auf dieser Website zur Verfügung.

Verwendung deutscher Pathfinder-Regelbegriffe

Ihr könnt die Gegenüberstellung der Regelbegriffe im OGL-Glossar dieser Website auf deutsch und englisch frei verwenden und so z.B. leichter Gebrauch vom englischsprachigen PRD bei Paizo machen oder nicht übersetzte Pathfinder-Produkte leichter zusammen mit deutschen Produkten verwenden. Wir werden euch schrittweise auch die Regelbegriffe anderer Pathfinder-Veröffentlichungen des Ulisses-Verlags zur Verfügung stellen. Die Glossarbegriffe entsprechen vollständig dem bei Pathfinder-Übersetzungen verwendeten Regelbegriffsglossar.

Verwendung deutscher Kampagnenwelt-Begriffe

Entwurf Duellant-Beispielcharakter, Quelle: paizo.com (CUP)

Wie im englischen unterliegen Kampagnenwelt-Begriffe auch im deutschen der Product Identity.

Eigenübersetzungen von Kampagnenwelt-Begriffen in Eigenveröffentlichungen werden vom Ulisses-Verlag nicht genehmigt, da dies zu

a) unterschiedlichen Begriffen im deutschen führt und

b) der Verlag sich vor Eigenübersetzungen im Rahmen des deutschen Urheberrechts schützen muss.

Wendet euch in Zweifelsfällen bitte über das Pathfinder-Forum an uns im Übersetzungsteam.